{"id":3195,"date":"2020-04-22T22:40:33","date_gmt":"2020-04-22T20:40:33","guid":{"rendered":"https:\/\/knappteich.de\/?p=3195"},"modified":"2020-07-13T14:56:13","modified_gmt":"2020-07-13T12:56:13","slug":"der-gewaesserberater-analysiert-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/knappteich.de\/index.php\/2020\/04\/22\/der-gewaesserberater-analysiert-ii\/","title":{"rendered":"Der Gew\u00e4sserberater analysiert II"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Anregungen zur Wasserverbesserung im Knappteich \u2013 der Dreiteiler<\/strong><br>Gastautor Robert Brungert von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gartenteich-ratgeber.com\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.gartenteich-ratgeber.com\/<\/a>  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Starkzeher ziehen den Algen die N\u00e4hrstoffe weg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Europa sind wir\nden Jahreszeiten ausgesetzt. Im Herbst werden die Tage k\u00fcrzer,\nk\u00fchler und regnerischer. Ein gro\u00dfer Teil der Pflanzenmasse stirbt\nab, ein Teil landet im Knappteich und sinkt zu Boden. Ab M\u00e4rz wird\ndas Gew\u00e4sser wieder erwachen, bis dahin sind die organischen Reste\ndes Vorjahres zersetzt. Im Fr\u00fchjahr gibt es also ein \u00dcberangebot\nvon N\u00e4hrstoffen, die Wasserpflanzen brauchen jedoch Vorlauf.\nDeswegen sind Algen im zeitigen Fr\u00fchjahr im klaren Vorteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Algenbl\u00fcte im Fr\u00fchjahr geh\u00f6rt im stehenden Gew\u00e4sser zum normalen Ablauf. Dann aber sollen Wasserpflanzen die N\u00e4hrstoffe aus dem Wasser ziehen und damit den Algenwuchs eind\u00e4mmen. Wenn die Wasserpflanzen das nicht schaffen, w\u00e4ren weitere schwere Algenbl\u00fcten naheliegend. Die Algen f\u00e4rben das Wasser ein und ersticken dadurch wertvolle Unterwasserpflanzen. Schlimmer noch ist ein pl\u00f6tzliches Absterben der Algen, die damit auch zeitgleich zersetzt werden. Im warmen Sommer bindet das erw\u00e4rmte Wasser wenig Sauerstoff. M\u00fcssen zudem Algenbl\u00fcten zersetzt werden, kippt das Gew\u00e4sser und Fische sterben ab.<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p>Wasserpflanzen k\u00f6nnen nur begrenzte N\u00e4hrstoffmengen binden. Deswegen ist es sehr wichtig, zuerst die Anzahl der Stockenten und Goldfische zu reduzieren, bevor eine \u00fcppige Bepflanzung vom Knappteich die Wasserqualit\u00e4t stabilisieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit weiteren Teichpflanzen kann man ziemlich sicher eine Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t erreichen. Dazu bieten sich vor allem Starkzehrer an, die dem Wasser viele N\u00e4hrstoffe entziehen. Dazu k\u00f6nnte die Schilfzone vergr\u00f6\u00dfert werden und in Ufern\u00e4he mit Froschl\u00f6ffel, Igelkolben, Blutweiderich, Wasserminze, Strau\u00dfbl\u00fctigem Weiderich, Gelber Sumpfschwertlilie und in etwas tieferem Wasser mit Rohrkolben, Wei\u00dfer Seerose oder Gelber Teichrose und untergetauchten Wasserpflanzen als Sauerstofflieferanten wie Tausendblatt, Laichkraut und Wasserstern bepflanzt werden. Eine solche Pflanzengesellschaft aus ausschlie\u00dflich einheimischen Arten sieht zur Bl\u00fctezeit im Juni\/ Juli nicht nur besonders sch\u00f6n aus. Man w\u00fcrde damit auch einen kleinen Beitrag zum Naturschutz leisten, da sich darunter viele selten gewordene Arten befinden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wirkprinzip\nFilterteich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein intaktes Gew\u00e4sser mit gro\u00dfer Schilfzone kann die N\u00e4hrstoffe zu einem gewissen Teil an die Luft abgeben. Dazu sollte man sich das Prinzip von einem <a href=\"https:\/\/www.gartenteich-ratgeber.com\/sonderformen\/filterteich\/\">Filterteich<\/a> vor Augen f\u00fchren. Bakterien wandeln dort Ammoniak in Nitrit und anschlie\u00dfend in Nitrat um. Bakterien brauchen gro\u00dfe Oberfl\u00e4chen, an denen das Wasser vorbeiflie\u00dft. Solch ein l\u00e4nglicher Filterteich wird mit kalkfreiem Kies gef\u00fcllt, der grobe Kies kommt nach unten. Das Wasser wird zur einen Seite reingepumpt und soll zur anderen Seite ablaufen. Die Bakterien leben auf den Oberfl\u00e4chen vom Kies.<\/p>\n\n\n\n<p>Ammoniak und auch\nNitrit sind sehr giftig f\u00fcr Wassertiere, Nitrat ist zumindest\nweniger giftig. Dieses\nbesteht aus Sauerstoff und Stickstoff.\nWenn die Pflanzen oder Bakterien das Nitrat umwandeln und den\nStickstoff an die Luft abgegeben, sinkt die N\u00e4hrstoffkonzentration\nim Gew\u00e4sser. Wird das Schilf oder Rohrkolben im Herbst wenigstens\nzum Teil geschnitten und fortgeschafft, werden damit weitere\nN\u00e4hrstoffe aus dem Gew\u00e4sser entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorschl\u00e4ge\nzur Umgestaltung vom Knappteich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schilfg\u00fcrtel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bislang scheint es\nkeine nennenswerte Schilfzone am Knappteich zu geben. Insgesamt ist\nein Umgestalten vom Gew\u00e4sser schwierig, da das Gew\u00e4sser zum Westen\nund Norden ohne nennenswerten Uferbereich in eine befestigte Stra\u00dfe\n\u00fcbergeht. Zum Osten geht das Gew\u00e4sser ohne nennenswerten\nUferbereich in bebaute Privatgrundst\u00fccke \u00fcber. Auf der Insel bliebe\nauch besser alles, wie es ist. Die B\u00e4ume zum Uferrand und auf der\nInsel haben sogar den Vorteil, dass sie Schatten spenden, damit das\nGew\u00e4sser sich weniger intensiv aufheizt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt also nur die S\u00fcdseite, wenn nicht eine Flachwasserzone f\u00fcr einen Schilfg\u00fcrtel aufgesch\u00fcttet wird. Ausschlie\u00dflich kalkfreies und schadstofffreies Material w\u00e4re geeignet. Die bereits vorhandene Flachwasserzone zur Ostseite w\u00e4re wegen der beschattenden B\u00e4ume ungeeignet, der Schilfg\u00fcrtel sollte in der Sonne liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es m\u00fcsste eine breite Flachwasserzone entstehen, die vom Ufer nur seicht abf\u00e4llt. Bei allen Arbeiten darf man nicht zu viel Erde mit dem Wasser aufw\u00fchlen, das w\u00fcrde zu viele N\u00e4hrstoffe freisetzen. Es m\u00fcsste also ein Wassertiefstand gew\u00e4hlt werden, um zugleich sehr vorsichtig zu arbeiten. Je gr\u00f6\u00dfer letztendlich der Schilfg\u00fcrtel wird, umso besser kann er die Wasserqualit\u00e4t aufwerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\nm\u00f6glich, kann Wasser aus dem Knappteich entnommen und an mehreren\nStellen vom Schilfg\u00fcrtel eingespeist werden. Das Wasser l\u00e4uft wie\ndurch einen Filterteich durch den Schilfg\u00fcrtel und gelangt gereinigt\nzur\u00fcck in den Knappteich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Frage lautet, mit welchen Wasserst\u00e4nden zu rechnen ist. Wenn der Wasserstand im Jahresverlauf stark schwankt, w\u00fcrde der Schilfg\u00fcrtel im oberen Bereich eventuell zwischenzeitlich zu trocken liegen oder im unteren Bereich absaufen. Wenn m\u00f6glich, w\u00fcrde der Schilfg\u00fcrtel als ein Becken eingefasst werden. Die Wasserpumpe w\u00fcrde das Wasser in dieses Becken pumpen, aus dem es dann \u00fcber eine Stufe zur\u00fcck in den Knappteich pl\u00e4tschert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Flachwasserbereich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schilf w\u00e4chst hoch\nsowie sich ein ganzes Schilffeld bilden wird, wenn eine Bepflanzung\nklappt. Damit verdr\u00e4ngt das Schilf automatisch andere Uferpflanzen.\nNeben dem breiten Schilfg\u00fcrtel sollte es also eine zweite\nschattenfreie Flachwasserzone geben. Die gesamte Wasserfl\u00e4che soll\nzwar zu einem gro\u00dfen Teil im Schatten bleiben, damit das Wasser\nweniger schnell aufheizt. Dennoch w\u00e4re es gerade im Fr\u00fchjahr\ninteressant, wenn es eine Flachwasserzone gibt, die sich besonders\nschnell aufheizt und zugleich mit unterschiedlichen Pflanzen bis\nmittlerer H\u00f6he bepflanzt ist. Dieser Bereich muss nicht gro\u00df sein,\nw\u00fcrde das Gew\u00e4sser jedoch als Lebensort f\u00fcr Kleinlebewesen\nbereichern. Es stellt sich die Frage, ob am Ostufer m\u00f6glicherweise\nan einer Stelle ebenfalls B\u00e4ume entfernt werden k\u00f6nnen, um die\nUferzone umzugestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte auch\nversuchen, diesen zweiten sonnigen Flachwasserbereich am S\u00fcdufer\nneben dem Schilfg\u00fcrtel zu integrieren. Zum einen m\u00fcsste das Schilf\nzur\u00fcckgehalten werden. Schlimmer w\u00e4re jedoch, dass diese Fl\u00e4che\ndem Schilfg\u00fcrtel verloren ginge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bepflanzungsversuch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Solange Stockenten\nund Goldfische den Knappteich in Massen bewohnen, gestaltet sich eine\nBepflanzung schwierig. Wenn die Pflanzen noch nicht richtig\nverwurzelt sind, k\u00f6nnen sie leicht ausgerissen werden. Ist es\ninsgesamt nicht viel Pflanzenmasse, wird sie umso schneller\n\u00fcberweidet. Unterwasserpflanzen lie\u00dfen sich nicht gegen Fische oder\nEnten sch\u00fctzen. F\u00fcr Schwimmpflanzen oder Uferpflanzen ginge dieses\nbedingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Untergrund\nrelativ eben ist, k\u00f6nnte ein Drahtgittergestell \u00fcber frisch\ngesetzte Pflanzen gestellt werden. F\u00fcr Schwimmpflanzen k\u00f6nnte es\nein schwimmender, halb in das Wasser tauchender Kasten sein. Die\nEnten oder gr\u00f6\u00dferen Fische d\u00fcrfen nicht bis zu den Pflanzen\ngelangen. Sobald die Pflanzen angewachsen sind, kann das\nGittergestell versetzt werden. Wenn die Schwimmpflanzen sich mehren,\nkann ein Teil entnommen werden um zu pr\u00fcfen, ob sie sich halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nDrahtgittergestell darf keine Giftstoffe an das Wasser abgeben. Bei\nStarkzehrer-Uferpflanzen kann es eventuell hilfreich sein,\nD\u00fcngest\u00e4bchen in den Pflanzballen zu stecken. Die N\u00e4hrstoffe\nwerden nach und nach direkt bei den Pflanzen freigesetzt und\nerm\u00f6glichen einen guten Start.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anregungen zur Wasserverbesserung im Knappteich \u2013 der DreiteilerGastautor Robert Brungert von https:\/\/www.gartenteich-ratgeber.com\/ Starkzeher ziehen den Algen die N\u00e4hrstoffe weg In Europa sind wir den Jahreszeiten ausgesetzt. Im Herbst werden die Tage k\u00fcrzer, k\u00fchler und regnerischer. 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